Huldych Zwingli, am 1. Januar 1984 in Wildhaus geboren, wurde 1519 als Leutprieser an das Züricher Großmünster berufen. Ermutigt vom Erfolg der Wittenberger Kirche kritisierte Zwingli öffentlich die römisch-katholische Kirche, den Kirchenzehnt und das Eheverbot für Priester. Besonders aufsehenserregend war seine Billigung eines öffentlichen Wurstessens während der Fastenzeit 1522, obwohl das Essen von Fleisch in der Fastenzeit untersagt war. 1529 traf Zwingli während der Marburger Religionsgespräche auf Martin Luther. Der Versuch, die Reformation durch ein Bündnis europaweit zu festigen, scheiterte wegen dem Streit um das richtige Abendmahlsverständnis. ( Michael Achhammer)

 

1521 - 1525 erarbeitete Zwingli eine komplette Bibelübersetzung. Sie wurde 1525 von Christoph Froschauer als “Zürcher Bibel” gedruckt. Ferner richtete er erstmals eine organisierte Armenfürsorge ein und gründete eine Art Predigerschule für Theologen, die “Prophezey”. Seinem großen Lebensthema, dem Kampf gegen das Söldnertum (auf den europaweiten Schlachtfeldern sollten  nicht Schweizer in fremden Diensten gegen Schweizer kämpfen müssen) war wenig Erfolg beschieden. Auch gegen die innerschweizerischen Konfessionskriege (evangelische Kantone gegen die Innerschweizer katholischen Kantone) lief er aus demselben Grund Sturm; außerdem kannte er als Feldprediger Schlachtengetümmel zur Genüge. Ein  im 1. Kappeler Krieg geschlossener Burgfriede (“Kappeler Milchsuppe”) hielt nicht. Im 2. Kappelerkrieg 1531 siegten die Katholiken. Zwingli wurde auf dem Schlachtfeld gefangengenommen, anschließend gevierteilt und verbrannt. (Pfrn.i.R. Johanna Skriver)